Der im Leben der Stadt bis zur jüngsten Vergangenheit zentrale Rolle spielende Schlossberg war aber nicht der einzige bewohnte Platz in der Umgebung, auf dem Gebiet der heutigen Stadt. Die Archäologen fanden an mehreren Orten die Spuren der in der Urzeit hier gelebten Ackerbau treibenden Gruppen, kleinerer Dorfer, in der Nähe von ehemaligen kleinen Bachen, Wasserlaufen, Quellen (z.B. auf dem Gebiet des heutigen Krankenhauses, in der Gegend der Jutasi Straße, der József Attila Straße und der Laczkó Quelle (Laczkó-forrás)). Über diese kleine Dörfer, das Leben der hier gewohnten Bauern weiß man im Allgemeinen sehr wenig, denn auf dem von ihnen gebrauchten Gebiet verdeckten, oft vernichteten der spätere Ackerbau, dann die Neubauten ihre Spuren. Deshalb können sich die Veszprémer Leute besonders glücklich preisen, dass es vor einigen Jahren auf einem verhältnismäßig großen Gebiet zur beinahe vollkommenen Ausgrabung eines kleinen Dorfes aus der Jungsteinzeit-Kupfersteinzeit kommen könnte. Auf der westlichen Seite der Jutasi Straße, auf dem Gebiet des in Bau seienden Wohnparks fand der Archäologe des Veszprémer Museums im Laufe der Ausgrabung die Spuren von Straße bildenden, langen Wohnhäusern mit Holzpfahlstruktur, Werkstatten, Stallen, aber auch die Begräbnisstätte des kleinen Dorfes kam an die Oberfläche. Die Einwohner der neben einem (heute schon ausgetrockneten) Seitenarm des Baches Séd (Séd-patak) etwa vor 6500 Jahren gegründeten Siedlung beschäftigten sich mit Ackerbau und Tierhaltung. Mit Hilfe der in den Gräbern des Friedhofs gefundenen, neben die Toten gelegten Werkzeuge kann man feststellen, dass aus dem vorzeitlichen Feuersteinbergwerk von Szentgál stammende Stein- und Knochenwerkzeuge gebraucht wurden.
Das Gebiet der heutigen Stadt war auch in den späteren Epochen ein populärer Ort, so z.B. in der Bronzezeit, vor etwa viertausend Jahren. Damals wohnten nicht nur im auf der später "Várhegy" genannten Felsenanhöhe ausgebildeten Stammeshäuptlingzentrum, sondern auch auf den umliegenden Hügeln und in den Tälern Ackerbau treibende, tierhaltende Gruppen.
Vielleicht ihre Anwesenheit behinderte in der Eisenzeit die sich in Transdanubien ansiedelnden Kelten und Illyrer, dann die Römer dabei, in der Umgebung des Schlossberges stärkere Straßen zu bauen oder größere Siedlungen zu gründen. Die Spuren der einstigen Siedlungen aus der Eisenzeit, dann der römischen Dörfchen und Villahöfe findet man dicht in einem Ring von 4-7 Kilometer um das heutige Veszprém herum (z.B. Gyulafirátót, Nemesvámos, Szentkirályszabadja), aber auf dem Gebiet unserer Stadt schienen sie vorerst nur sehr zerstreut hervor.
Von den die Römer vertreibenden und sich in unserer Gegend ansiedelnden Völkern wurden die Friedhofe der aus Westen angekommenen Langobarden und der aus Osten zugewanderten Awaren an der Grenze von Veszprém gefunden, die die heutige Stadt beinahe umschließen. Ihre Dörfer, Siedlungen kennt man nicht, aber die Friedhöfe sagen auch so viel über sie aus. Aus den Gräbern, z.B. aus den Metall- und Knochengegenständen, die man in einem nahe des Bahnhofs freigelegten awarischen Friedhof mit 300 Grabstätten fand, kann man auf ihre Tracht, ihre religiöse Vorstellungen, sogar auf ihre Berufe schließen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Grabstätte des Goldschmiedemeisters aus der Awarenzeit, in der man zeitgenössische metallverarbeitende Werkzeuge fand.















